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Zum Abschluss des Freitags stand am Slovakiaring mit dem Ravenol Sunset Race eines der Highlights des Wochenendes auf dem Programm. Kurz vor 19 Uhr setzte sich das Feld zur Einführungsrunde in Bewegung, während die tief stehende Sonne bereits für die besondere Atmosphäre sorgte, die dieses einstündige Rennen mittlerweile auszeichnet. Zwei Fahrzeuge fehlten allerdings in der ursprünglichen Startaufstellung und mussten das Rennen aus der Boxengasse aufnehmen. 

Die Pole Position hatten sich zuvor Herbert Karrer und Dieter Svepes mit einer Zeit von 2:04.403 Minuten gesichert. Neben ihnen standen Stefan und Lukas Ertl, dahinter folgten Andreas Höfler/Peter EibisbergerSven Pott/OrtmannRaith/Münzer und Franz Lahmer

Nach dem Start übernahmen zunächst Ertl/Ertl die Führung vor Karrer/Svepes. Schon in den ersten Kilometern ging es an der Spitze allerdings zur Sache: Höfler/Eibisberger setzten Karrer/Svepes unter Druck, gingen vorbei und machten sich anschließend auch auf die Jagd nach den führenden Ertls. Wenig später gelang auch dieses Manöver – Höfler/Eibisberger übernahmen die Spitze. Dahinter etablierte sich eine größere Porsche-Gruppe mit Raith/Münzer, Pott/Ortmann, Karrer/Svepes, Franz Lahmer und Bob Bau. 

Nach rund einer Viertelstunde wurde das Rennen durch eine Safety-Car-Phase neutralisiert. Höfler/Eibisberger lagen zu diesem Zeitpunkt weiterhin vor Ertl/Ertl und Raith/Münzer. Besonders interessant wurde die Situation dadurch, dass sich gleichzeitig das Zeitfenster für die vorgeschriebenen Boxenstopps näherte. Zwischen der 25. und 35. Rennminute mussten alle Teilnehmer ihren Pflichtstopp absolvieren – je nach Besetzung entweder mit Fahrerwechsel, Fahrzeugwechsel oder als Solofahrer mit vorgeschriebener Aufenthaltszeit. 

Unmittelbar nach der Freigabe begann daher die taktisch entscheidende Phase des Rennens. Zahlreiche Teams bogen sofort an die Box ab. Auch Ertl/Ertl kamen früh herein, wobei zunächst sogar Zweifel bestanden, ob ihr Aufenthalt lang genug gewesen war. Die Rennleitung und Zeitnahme behielten den Vorgang genau im Auge; letztlich erwies sich der Stopp jedoch als regelkonform. Höfler/Eibisberger, Raith/Münzer, Pott/Ortmann, Lahmer sowie zahlreiche weitere Teams absolvierten ebenfalls ihre Pflichtstopps. Durch die unterschiedlichen Strategien änderte sich das Klassement innerhalb weniger Minuten laufend. 

Nach Abschluss der Boxenstopps lagen Stefan und Lukas Ertl wieder an der Spitze. Dahinter begann Karrer/Svepes eine beeindruckende Aufholjagd. Rund 20 Minuten vor Schluss betrug der Rückstand noch gut drei Sekunden. Mit konstant schnellen Runden – darunter schließlich auch die schnellste Rennrunde – schoben sie sich immer näher an den führenden Porsche heran. Gleichzeitig arbeitete sich auch Karl Müller/Karrer im Feld nach vorne, während dahinter um die weiteren Positionen hart gekämpft wurde. 

In der letzten Viertelstunde wurde daraus ein echtes Duell um den Gesamtsieg. Der Abstand zwischen Ertl/Ertl und Karrer/Svepes schrumpfte zeitweise auf nur noch rund 1,3 Sekunden. Während sich beide Spitzenautos durch den Überrundungsverkehr kämpfen mussten, zählte jeder Bremspunkt und jede Linie. Die Ertls reagierten auf den Druck und konnten ihren Vorsprung wieder etwas vergrößern. Karrer/Svepes gaben jedoch bis zum Schluss nicht auf und setzten mit 2:05.520 Minuten sogar die schnellste Runde des Rennens. 

Nach 26 Runden und etwas mehr als einer Stunde Fahrzeit sahen schließlich Stefan und Lukas Ertl als Erste die Zielflagge. Gerade einmal 3,762 Sekunden dahinter kamen Herbert Karrer und Dieter Svepes als Zweite ins Ziel. Den dritten Platz sicherten sich Andreas Höfler und Peter Eibisberger, die über weite Strecken des Rennens selbst geführt hatten. Franz Lahmer belegte Rang vier, dahinter folgten Karl Müller/Karrer auf Platz fünf. 

Auf den weiteren Positionen kamen Gantner/HalwachsRaith/MünzerPott/OrtmannRichard Woschitz und Enno Uphoff ins Ziel. Uphoff sorgte dabei auch optisch für Gesprächsstoff, nachdem sein Porsche über weite Teile des Rennens ohne Heckscheibe unterwegs war. 

Die BMW-Wertung entschieden Gerhard und Patrick Weiss für sich. Sie setzten sich vor Stefan Fuhrmann jun./Stefan Fuhrmann und Hösel/Parth durch. Die GT-4-Wertung ging an Liebenwein/Gfatterhofer. Schneider/Shepherd gewannen E-TC02, Eismann/Kalkert E-TC01 und Hes/Parg die E-YT2-Wertung. 

Nicht für alle Teams verlief das Sunset Race nach Wunsch. Bob Bau musste bereits nach fünf Runden aufgeben. Schneeberger/Fronius wurden mit 21 Runden noch gewertet, während Fuhrmann/Ruhrberg nach einer schwarzen Flagge disqualifiziert wurden

Damit endete der erste Veranstaltungstag am Slovakiaring mit einem echten Langstreckenkrimi. Während die Sonne langsam hinter der Strecke verschwand, lieferten sich Ertl/Ertl und Karrer/Svepes bis in die letzten Kilometer einen sehenswerten Kampf um den Sieg. Am Ende behielten Stefan und Lukas Ertl die Nerven und sicherten sich einen knappen, aber verdienten Erfolg im Ravenol Sunset Race 2026.

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